Sonntag, 13. März 2011

Die fahrt nach San Martin


Die Fahrt nach San Martin
Fahrt auf dem Maranjon
Vorstellung von Ladung und Bootskapazität
Flusswechsel auf den Rio Samiria (der Dunkle)
Typisches Flusspanorama
Der Transport von Holz als Floß
Kurz vor der Ankunft: ein traumhafter Sonnenuntergang!
Meine amaka (Hängematte) und ihr Komfort bei Reisen!
Da der Maranjon, der Fluss auf dem wir fahren sehr viele Windungen macht, dauert die Fahrt von Iquitos nach Nauta auf ihm allein‘ 12 h. Es ist daher sinnvoller, erneut mit dem Auto nach Nauta zu fahren, um dann von dort aus aufzubrechen. In Nauta liegt das Boot von Elvio und wartet bereits seit Tagen auf uns. Im Haven liegen 2 Duzend weitere Boote. Jedes Boot hat einen Holzpflock an Bord. Dieser wird ins Ufer gerammt und dann sein Boot daran befestigt. Gefestigte Ufermauern oder verankerte Metallringe zum Festmachen des Bootes sucht man hier vergebens. Elvio hat ein eigenes Boot, es ist 12 Meter lang und ca. 2 Meter breit. Abgesehen von Booten Seines Typs liegt hier noch ein riesiges Floss. Man erzählt mir, dass die Besitzer solcher Flosse Bäume fällen, sie dann zu einem Floss zusammenbinden, dann das Floss mit allerlei Köstlichkeiten „betanken“ wie Kochbananen, Hühner, Reis etc. und sich dann mit der Strömung wochenlang Flussabwärts treiben lassen. Am Ziel angekommen wird dann komplett alles verkauft und von dem Erwirtschafteten leistet man sich ein Fährenticket, um wieder zur Heimatstadt zurückzukommen.
An Bord sollten noch andere Passagiere sein, doch sie wollten nicht länger warten und sind bereits mit einem anderen Boot aufgebrochen. So ist außer Elio, Lara, dem Schiffsaufpasser, ein Tourismus „Praktikant“ von Elvio und mir nur eine Frau an Bord. Das ist nicht gut, denn durch diese Passagiere kann man das Fahrtgeld verringern. Ich spanne meine Hängematte auf und genieße die ruhigen Wellen und den Fahrtwind.  Nach 5 Stunden Machen wir eine Pause, wir halten in einem der vielen Dörfer, die sich am Flussufer finden. Kaum gelandet springen schon unzählige Frauen und Kinder auf das Boot, die uns Essen verkaufen wollen. Unsere einzige Passagierin steigt aus, sie sieht gar nicht gut aus und beteuert, ihr sei sehr schlecht, mehr habe ich nicht verstanden. Etwas später erfahre ich, dass sie Hochschwanger war und sie es nicht bis zu ihrem Dorf mehr schaffen wird, ehe sie entbindet. Weitere 8 h. Fahrt liegen vor mir, während denen ich noch eine weitere Entdeckung machen werde: Flussdelfine. Nicht sehr weit von unserem Boot springen sie zu zweit oder dritt aus dem Wasser. Ein wunderschöner Anblick. Die Fahrt geht auf einem anderen Fluss weiter, ein Ausläufer des Maranjons. Da das ganze Gebiet unter Naturschutz steht muss man eine Genehmigung haben, um in die Riserva einfahren zu dürfen. Da ich ja nicht als Tourist unterwegs bin habe ich ein solches Dokument in Iquitos erhalten und muss es kurz nach dem Farbwechsel des Flusses in einem kleinen Haus der Reservaschützer vorlegen. Schließlich kommen wir pünktlich zu einem malerischen Sonnenuntergang in SMT (=San Martin) an.

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