Sonntag, 25. Dezember 2011

Geschichten, Mythen und Legenden

In der Kultur der Menschen in San Martin gibt es sehr viele Geschichten, Sagen und Mythen. Sie werden über Generationen in immer leicht veränderten Versionen weitergegeben. Das führte zu einem riesigen Aberglauben der sich bis heute durch alle Altersschichten hält!
Der größte Geschichtenerzähler, mit einer wunderbar sanften und leisen aber nicht einschläfernden Erzähl stimme ist der Bruder meines Chefs, Hitler. Schrecklich, eine Strafe sein Kind so zu nennen. Leider hat er, anders als fast alle hier keinen zweiten Namen. Bis ich mich daran gewöhnt habe, Hitler einfach so auszusprechen verging eine ganze Zeit, doch er heißt wirklich so, wer es dennoch nicht glauben sollte schaue auf seinen Ausweis unten. Hitler ist nicht der einzige, der in dem Dorf mit einem komischen Namen herumläuft. Es gibt auch „Julius Caesar“ und einen „Jesus“, der vielleicht ein „Hitler“ wieder gutmachen kann.
Hitler ist eine interessante Persönlichkeit, ganz ruhig, hat einen ganz eigenen Arbeitsrhythmus, schreinert gerne und geht in die künstlerische Richtung. Vor einigen Jahren hat er ein Grundstück in Iquitos für 20Sol= 5Euro gekauft und hat den Traum eine Bäckerei aufzumachen. Er spielt wunderschön Gitarre und sitzt In den Abendstunden er bei Sonnenuntergang auf der Bank am Flussufer, singt Lieder und gibt mit ein wenig Glück eine seiner Geschichten zum Besten. Da beim Erzählen meistens der ein oder andere Flussdelfin in der Nähe ist und man ihn prusten hört berichtet er mir die Folgende Anekdote:
Man erzählt sich, dass die Delfine unter Wasser eine eigene Stadt aufgebaut haben und einen Palast besitzen, dessen Dach eine kleine Sandbank ist, die man auch betreten kann. Doch das würden die Leute niemals machen wollen, denn sie haben riesige Angst vor Delfinen. Alle erzählen sich Geschichten, dass sie nachts irgendwas ins Wasser gezogen hätte und sie in der Mitte des Flusses aufgewacht wären. Man hätte sie gerettet und berichtet, die Menschen hätten geschrien, sie wollen zurück zu ihrer Familie, den Delfinen, hätten wie wild um sich geschlagen.
Als Hitler noch jung war, da hat er eines Tages in der Mitte des Flusses einen Mann schwimmen gesehen. Aber nicht nur normal schwimmend, er war wahnsinnig schnell und immer am Kraulen. Auf einmal tauchten von überall Delfine auf. Sie nehmen ihn in ihre Mitte und zusammen schwimmen sie davon, bis die Delfine abtauchen. Der Mann richtet sich im Wasser auf, er scheint aufrecht im Wasser zu stehen, sein ganzer Oberkörper ist klar zu sehen er ist der Wassergott, der Herr der Delfine. Danach taucht auch er ab und ist nie mehr zu sehen.
Ein anderer Mann, der gerade vorbeikommt gesellt sich dazu und steigt in die Geschichte ein. Er sagt, dass er einmal abends fischen gegangen ist und dass das Wasser wohl auf einmal geleuchtet hat und unter Wasser Gestalten aufgetaucht sind. Er war bei ihrem Unterwasserschloss und hat sie wohl beim „Tafeln“ gestört.
Der Herr des Waldes- „el chuyachaci“
So wie es einen Wassergott in San Martin gibt, so gibt es auch einen Herr des Waldes, ein Beschützer der Pflanzen und der Tiere.
Wenn ein Gemeindemitglied mit „bösen Absichten“ (das heißt, er will Jagen und das Fleisch nach Iquitos verkaufen oder Bäume über seinen Eigenbedarf hinaus schlagen) in den Wald geht, dann bekommt dies der Herr des Waldes heraus  und folgt dem Jäger. Da es sich um einen Gott handelt kann er eine beliebige Gestalt annehmen. Er verwandelt sich nun in einen guten Freund des Jägers, und erscheint. In kürze gewinnt er sein Vertrauen und bietet seine Hilfe bei der Jagt an. Der Herr des Waldes ruft einige Tiere in die Nähe um eine Fährte aufzunehmen. Dann er mit dem Jäger den Tieren, die sich immer weiter in den Wald verziehen. Als sich die beiden trennen um zwei Fährten folgen zu können vernichtet der Herr des Waldes die Spuren des Jägers. Dieser verirrt sich und kommt nie wieder zurück. Die einzige Möglichkeit, den Chuyachaci zu erkennen, ist sein linker Fuß. Dieser kann sich nicht verwandeln und sieht so aus wie eine Fuchspfote.
Der Zyklon: Als Hitler noch ein Junge war hat er mit Elvio und Marleni bei seinen Eltern am anderen Ufer gelebt. Sein Papa hatte eine Hühnerfarm und sie hatten wohl mehr als 100 Hühner, was bei einer Haltung ohne Medikamente eine Leistung ist. Eines Tages jedenfalls sollten sie Fischen gehen, die 3 Zwerge in einem Boot und als sie in der Mitte des Flusses waren sahen sie (alle 3) auf einmal eine Gestalt, menschenähnlich, doch viel viel größer und sie hatte nur ein Auge! Sie stieg aus dem Wasser auf und ging in Richtung ihr Haus. Die Knirpse hatten natürlich Angst wie noch was und sind so schnell wie sie konnten ans Ufer gefahren. Sie dachten, er wolle die Hühner fressen. Der Vater hat sie schief angeschaut und gesagt, dass dort niemand war. Dann sind sie zum Hühnerhaus gegangen und normalerweise sind immer Hühner da oder hörbar. Diesmal jedoch gar nichts! Sie waren wie weg. Erst am nächsten Morgen sind sie einzeln und verstört aus dem Wald gekommen und haben allesamt Ratlos hinterlassen!

Vor Flussdelfinen haben die Leute sehr Angst!







der große Geschichtenerzähler: Hitler

Sacha ajo, eine reinigungs-zeremonie-pflanze


Das haus des Besitzers des Waldes

Sonnenuntergang in SMT

Hier ist der Beweis, Hitler lebt!

der rote Delfin

1 Kommentar:

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